LED LENSER M7: Intelligentes Licht dank Microcontroller

[Trigami-Review]

HardwareIch hätte auch nicht gedacht, dass ich in diesem Blog mal über eine „Taschenlampe“ schreiben würde. Aber eine ganz normale Taschenlampe ist das eben nicht. Trotz kompakter Form und mit nur einem Knopf bietet sie eine Vielzahl von Möglichkeiten und cleveren Ideen.

ledlenser01Unglaublich, wo die Mikroelektronik überall Einzug hält. Ich dachte immer, eine Taschenlampe besteht aus Birne, Batterien, Gehäuse und einem Ein-/Ausschalter. Aber dann kann man eben auch nur ein und ausschalten. Die LED LENSER M7 ist eine programmierbare Taschenlampe mit zig verschiedene Licht- und Betriebsmodi einschließlich eines cleveren Energiesparmodus. Dazu gehören dank des Smart Light Technology-Systems  (SLT) viele verschieden Leuchtmodi:

  • normales Licht – klar, ohne das geht es nicht. Es brennt nach dem Einschalten jeweils 2 Minuten mit 100%. Danach wird es je nach gewähltem Energiemodus automatisch abgesenkt (siehe unten).
  • Boost – für kurze Zeit liefert die Lampe 130% der normalen Lichts.
  • Sparlicht – 15% des normalen Lichts spart Energie, liefert aber genügend Licht z. B. zum Lesen.
  • Stufenlos – ganz einfach kann die Lichtleistung zwischen 100% und 15% stufenlos eingestellt werden, einfach den Schalter solange gedrückt halten, bis die gewünschte Lichtleistung erreicht ist.
  • Morsen – durch leichtes Antippen des Schalters könne kurze und längere Lichtimpulse gesendet werden.
  • Blinken – die Lampe blinkt automatisch in einem festen Abstand, z. B. um eine Position zu markieren oder Warnzeichen zu geben.
  • SOS – die Lampe blinkt vollautomatisch 3x kurz, 3x lang, 3x kurz um auf eine Notsituation aufmerksam zu machen. Das läuft automatisch, notfalls bis die Batterien leer sind.
  • Stroboskop – die Lampe sendet hochfrequente Lichtblitze, was eine effektive Verteidigung gegen Angreifer sein kann (aber nicht selbst reinschauen! ;-).

Diese verschiedenen Lichtvarianten sind in drei Betriebsmodi verteilt:

  • Easy – umfasst normales Licht, Boost, Sparlicht sowie stufenlose Verstellung. Dieser Modus dürfte für die meisten Benutzer der beste sein, da er sich am einfachsten steuern lässt.
  • Professional – hier stehen sämtliche Modi zur Auswahl, allerdings ist es etwas umständlicher jeweils den gewünschten zu erreichen.
  • Defense – der Modus für Sicherheitspersonal, Nachtwächter usw. beschränkt sich auf normales Licht und den Stroboskop-Effekt zur Selbstverteidigung. Zwischen beiden kann einfach hin und her gewechselt werden.

Energiesparen nach Wunsch

Als wenn das noch nicht genug wäre, kann sich der Benutzer noch zwischen zwei Energie-Modi entscheiden. Nach jedem Einschalten brennt die Lampe erstmal zwei Minuten mit 100%. Danach kommt der gewählte Energiemodus zum Tragen:

  • Im Konstantmodus leuchtet die Lampe nach zwei Minuten mit 60% Leuchtkraft weiter. Diese bleibt ggf. solange erhalten, bis die Batterien leer sind.
  • Im Energiesparmodus sinkt die Leuchtkraft nach zwei Minuten auf 50%, nach weiteren 25 Minute automatisch auf 15%. Das hört sich wenig an, ist aber sinnvoll. Zum einen schont das die Batterien, falls man einfach mal das Ausschalten vergisst. Zum anderen macht sich dieser Modus zu Nutze, dass sich die Augen allmählich an die Dunkelheit gewöhnen und dann weniger Licht benötigen.

Und das alles mit einem Knopf

Soviele Möglichkeiten und Funktionen, da braucht man ja fast schon einen Computer, um alles einzustellen und zu benutzen. Das könnte man zumindest meinen, aber tatsächlich hat die LED LENSER M7 genau 1 (in Worten: „einen“) Schalter. Der kann entweder ein und aus geschaltet oder nur kurz angetippt werden. Über die richtige Reihenfolge von Schalten und drücken kann man alle Funktionen und Einstellungen erreichen. Damit man sich nicht alles merken muss, gibt es ein kleines Kärtchen dazu, das man immer dabei haben kann und das alles Wesentliche veranschaulicht. Es ist aber auch nicht wirklich schwer. Ich habe direkt den Easy-Modus eingestellt. Der lässt sich ganz einfach bedienen:

  • Schalter antippen und halten: Boostfunktion mit 130% Lichtstärke
  • Schalter einschalten: normales Licht
  • Schalter eingeschaltet antippen: Wechsel zwischen normalem und Sparlicht.
  • Schalter eingeschaltet antippen und halten: Stufenloses Einstellen der Lichtstärke
  • Schalter ausschalten: Licht aus. 🙂

Im Prinzip ist der Professional-Modus auch nicht schwieriger, nur das man mit Antippen der eingeschalteten Schalters durch die verschiedenen Lichtmodi „durchschaltet“, was einfach etwas umständlicher ist.

Licht und Energie

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Die ganzen Modi sind gut und schön, aber wesentlich bei einer Taschenlampe sind nun mal Licht und Stromausbeute. Und auch hier kann die LED LENSER M7 sich sehen lassen. Die verwendete High End Power LED liefert bis zu 220 Lumen Lichtstrom (im Boost-Modus). Damit lässt sich eine Leuchtreichweite von bis zu 255 Metern erzielen. Die Leuchtdauer beträgt maximal 11 Stunden, wobei sich dieser Wert auf die geringste Helligkeitsstufe bezieht. Strom bezieht die Lampe aus 4 AAA 1,5v-Batterien. Diese können aber auch durch entsprechende Akkus ersetzt werden. Die Elektronik ist laut Hersteller ausdrücklich dafür ausgelegt. Besonders erwähnenswert: Die Lampe macht sich bemerkbar, rechtzeitig bevor die Batterien oder Akkus zur Neige gehen. Man steht also nicht plötzlich im Dunkel, sondern hat immer noch Zeit, die Batterien zu wechseln oder anderweitig eine unangenehme Situation zu vermeiden.

Und in der Praxis?

ledlenser04Als alter MAG-LITE-Fan war ich natürlich sehr gespannt, wie sich die LED LENSER M7 im Vergleich schlagen würde. Mit 137 mm Länge und 193 g Gewicht gewinnt sie den Formfaktor- und „Handschmeichler“-Vergleich haushoch. Aber auch die Leuchtkraft und -weite ist beeindruckend (obwohl meine MAG-LITE ebenfalls LED-Technologie verwendet). Der Fokus lässt sich dank des Advanced Fokus Systems mit etwas Übung einhändig verstellen, was ebenfalls ein großer Vorteil ist. Die Bedienung ist – mit ganz wenig Einübung – nicht komplizierter und bietet dafür wesentlich mehr Möglichkeiten. Das stabile Gehäuse macht sie mindestens ebenso als Outdoor-Taschenlampe geeignet. Damit gewinnt die LED LENSER M7 den Vergleich in allen Disziplinen. Das gilt allerdings auch für den Preis. Wer nur hin und wieder mal eine Taschenlampe braucht, wird aber wohl ohnehin zu einem günstigeren Modell greifen. Wer aber beruflich oder bei einem Hobby regelmäßig auf helles und zuverlässiges Licht angewiesen ist, der sollte sich diese intelligente Taschenlampe mal ganz genau anschauen.

ledlenser02Lieferumfang

  • stabile, und praktische Verpackung (auch gut als Geschenkpackung geeignet)
  • 4 passende Batterien
  • ein robuster Gürtelclip mit drehbarer Halterung
  • Handschlaufe
  • Ausführliche Bedienungsanleitung
  • Smart Instruction Card mit dem Wichtigsten in Scheckkartengröße

Neben der von mir getesteten LED LENSER M7 gibt es auch noch die Variante MT7. Die technischen Daten sind praktisch identisch (die MT7 ist lediglich minimal leichter). Dafür verfügt die taktische Variante über eine andere Endkappe für Selbstverteidigung, Scheiben einschlagen usw. Hoffen wir mal, dass die nicht in die falschen Hände gerät.

Weitere Informationen gibt es im LED LENSER-Forum, bei Facebook und bei Twitter. Dass man mit so einem High-Tech-Gerät mehr als einfach nur Licht machen kann, zeigt außerdem die LED LENSER-Gallery.

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