Firefox 4: Einzelheiten und Roadmap für die neue Browserversion

FirefoxDie Pläne für den neuen Firefox 4 nehmen konkrete Gestalt an. Mozilla-Direktor Mike Beltzner gab nun Details zu den Entwicklungsschwerpunkten und einen ersten groben Zeitplan bekannt.


Schon seit einiger Zeit stagniert die Entwicklung des Firefox-Browsers – zumindest wenn man die Nutzungsstatistiken als Indiz für die Beliebtheit des Browser zugrunde legt. Weltweit kommt Firefox nicht über die 25%-Marke, auch wenn die Nutzung in Europa und Deutschland traditionell höher als im Gesamtdurchschnitt ist. Vor allem Google Chrome hat dem Mozilla-Browser in letzter Zeit Anwender abspenstig gemacht, nicht zuletzt weil es bei Firefox mit neuen Funktionen und vor allem auch der Geschwindigkeit nicht so recht voran ging.

Nun aber will das Mozilla-Team zur Gegenoffensive ansetzen. Mit Firefox 4 soll wieder mal ein großer Wurf gelingen, mit dem man technologische Rückstände einholen und bei einigen Aspekten neue Standards setzen will. Folgende Bereiche stehen schon jetzt fest, in denen es Neuerungen und/oder starke Verbesserungen geben soll:

  • Mehr Geschwindigkeit
    Firefox 4 soll erheblich schneller werden. Das ist auch nötig, denn trotz bereits erfolgter Verbesserungen ist man hier im Vergleich mit Chrome, Opera und Safari deutlich ins Hintertreffen geraten. Ein Schlüssel dazu soll das hardwarebasierte Rendern von Webseiten sein, das z. B. Microsoft auch für den IE9 angekündigt hat.
  • Mehr Standardkonformität
    Firefox 4 soll sich noch genauer an Webstandards halten und dadurch für Anwender und Inhaltsanbieter attraktiver werden. In dem Bereich war Mozilla immer schon sehr bemüht, aber nun will man sich an die Spitze der Browserkonkurrenz setzen.
  • Bessere Oberfläche
    Die Benutzeroberfläche von Firefox 4 soll sauberer und einfacher werden. Damit folgt Mozilla einem Trend, den nicht zuletzt Google mit Chrome gesetzt hat: so wenige und einfache Steuerelemente wie möglich. Außerdem soll das Design weiter an den Look moderner Betriebssystem wie Windows 7 angepasst werden. Die Unterstützung von Touch- und Multitouch-Hardware soll in den Browser integriert werden.
  • Weniger Störungen
    Das Arbeiten mit Firefox 4 soll angenehmer werden, indem Störungen im Ablauf beseitigt werden. Das lästige Installieren neuer Add-On-Versionen beim Start soll ein Ende haben. Außerdem soll ein Neustart beim Add-On-Installieren nicht mehr notwendig sein.
  • Mehr Kontrolle
    Die Anwender sollen bei Firefox 4 noch genauer kontrollieren können, wie sich der Browser verhält und was mit persönlichen Daten geschieht.

Jede Menge viel versprechende Punkte, die – wenn sie denn alle umgesetzt werden – sicherlich zu einem guten Browser führen dürften. Ob es dazu reicht, wieder einen Aufwärtstrend einzuleiten, bleibt abzuwarten. Einiges ist eindeutig von der Konkurrenz „inspiriert“ und auch bei denen bleibt die Entwicklung nicht stehen.

Apropos „warten“: Damit kommen wir zu dem Thema Zeitplan – bei Firefox traditionell ein eher heikles Thema. Der Plan zurzeit: Schon im Juni soll eine Beta-Version fertig sein. Die Veröffentlichung der endgültigen Version ist derzeit für Oktober/November 2010 angedacht. Solchen Terminen sollte man beim Mozilla-Team aber nicht zuviel Bedeutung beimessen. Es sind gut gemeinte Absichtserklärungen, die aber meist von der Realität eingeholt (und überholt) werden. Wie immer gilt schlussendlich: „It’s done when it’s done…“ – und unter Qualitätsgesichtspunkten ist das auch keine schlechte Strategie.

Die Pflege der aktuellen Version wird in der Zwischenzeit jedenfalls nicht zu kurz kommen. Für die kommenden Monate sind mehrere 3.6.x-Versionen fest eingeplant, die auch teilweise neue oder verbesserte Funktionen mitbringen.

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