Wenn die Maus nicht mehr zuverlässig klickt

Hardware-Tipps gibt es von mir selten, aber heute habe ich mal einen. Eine Maus, die scheinbar allmählich den Geist aufgibt, lässt sich mit etwas Glück mit einer ganz simplen Maßnahme wiederbeleben, bevor man zu verzweifelten Maßnahmen oder gar zur Neuanschaffung greifen muss.


Schon seit ein paar Wochen zeigte eine meiner kabellosen Mäuse Ausfallerscheinungen. Beim Betätigen der linken Maustaste wurde der Mausklick nicht mehr regelmäßig registriert. Manchmal passierte gar nichts, oft gab es statt eines einfachen Klicks einen ungewollten Doppelklick. Oder statt eines Doppelklicks wurde nur ein einfacher erkannt. Das ganze war noch grenzwertig erträglich, aber zum produktiven Arbeiten auf Dauer zu nervig. Das war schade, denn die Maus war sonst prima und hatte ein Scrollwheel mit zwei Modi (Raster und Freilauf), die ich regelmäßig nutzte. Die Garantiezeit war schon abgelaufen, also schien eine Neuanschaffung unausweichlich.

Als ich gerade nach einem geeigneten Nachfolger recherchierte, kam mir in den Sinn, ob das Problem nicht vielleicht ein bekanntes sei und irgendwie gelöst werden könnte. Tatsächlich schien das Problem bei diesem Hersteller nicht unbekannt zu sein. Schnell fand ich einen Blogbeitrag von einem Leidensgenossen, der den zuständigen Microswitch ersetzt und dafür eine ausführliche Anleitung veröffentlicht hatte. OK, dachte ich, das bißchen Löten bekomme ich auch hin. In den Kommentaren zu dessen Artikel fand ich aber weitere Hinweise, die mich schließlich zu einer viel einfacheren Lösung führten.

Statische Aufladung als Störenfried

Das Problem bzw. der Grund für die Ausfallerscheinungen ist anscheinend statische Aufladung in den mikroelektronischen Bauteilen der Maus. Die baut sich unter bestimmten Bedingungen allmählich auf. Erreicht sie ein bestimmtes Niveau, wird die Signalverarbeitung gestört und es kommt zu den beschriebenen Effekten. Nun ist das sicherlich letztlich ein Konstruktionsfehler, denn eigentlich sollte die Elektronik so entworfen sein, dass sie dagegen immun ist. Anscheinend ist das aber nicht so einfach, denn wie ich gelernt habe tritt das Problem gar nicht so selten auf und ist weder auf einen Maustyp (kabelgebunden/drahtlos) noch auf einen bestimmten Hersteller beschränkt (bei mir ist es Logitech, aber es sind anscheinend auch andere bekannte Hersteller betroffen).

Was kann man also tun? In der Regel reicht es, die statische Aufladung zu beseitigen. Das geht auf folgende einfache Weise:

  1. Trennen Sie die Maus von der Stromversorgung. Kabelmäuse stecken sie aus. Bei kabellosen Geräten entfernen Sie die Batterien (vollständig).
  2. Betätigen Sie nun den betroffenen Schalter oder am besten alle Bedienelemente der Maus ca. 30 Sekunden lang mit erhöhtem Tempo. Dadurch werden eventuell noch in den Kondensatoren verbliebene Ströme verbraucht.
  3. Legen Sie die Batterien dann wieder ein. Eine Kabelmaus stecken Sie wieder ein – wenn möglich an einem anderen freien USB-Anschluss als zuvor.

Wenn statische Aufladung das Problem war, sollte die Maus nun wieder fehlerfrei arbeiten. Ich weiß, es klingt ein wenig nach modernem Voodoo. Ich dachte auch erst: „So einfach kann es ja wohl nicht sein!“
Aber bei meiner Maus hat es tatsächlich funktioniert und sie lässt sich nun wieder zuverlässig produktiv nutzen. Es ist allerdings erst ein paar Tage her und ich bin gespannt, ob die Lösung von Dauer ist. Aber selbst wenn ich das alle paar Wochen machen muss, wäre es mir immer noch lieber, als ein ansonsten noch gut funktionierendes Gerät wegzuwerfen…

 

3 Kommentare

  1. Wolfram (Beitrag Autor)

    @H.-M. Jaeger:
    Möglicherweise wurde mit dem Update ein generischer Treiber für das Touchpad installiert, mit dem es nicht korrekt funktioniert.
    Ich würde mir vom Geräte-Hersteller den aktuellsten Treiber herunterladen und installieren.

  2. Hans-Martin Jaeger

    Die kabellose Maus funktioniert bei meinem notebook einwandfrei, jedoch das touchpad nicht. Ich vermute, dass ist die Folge eines automatischen Windows 10-Update. Was kann ich tun?

  3. Josef Schreiner

    Danke für den Tipp – hat soeben bei meiner Maus funktioniert.

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