Windows 10 – 19H2, Teil 3: Was sonst noch war

Das Windows-Herbst-Update 2019 bringt nur wenige neue Funktionen. Deshalb wird es diesmal auch kein Buch von mir zu diesem Update geben. Lesen Sie stattdessen hier den dritten und letzten Teil einer Miniserie, die alle wesentlichen Neuerungen vorstellt.

Sprachassistenten auf dem Sperrbildschirm

Schon lange bringt Windows 10 mit Cortana eine eigene Sprachassistentin mit. Aber man kann auch die Assistenten anderer Anbieter wie Amazons Alexa per App installieren und nutzen. Neu ist, dass auch Sprachassistenten von Fremdanbietern nun auf dem Sperrbildschirm aktiviert werden können. So kann man dem PC Sprachbefehle erteilen, ohne Windows jedes Mal erst entsperren zu müssen. Voraussetzung dafür ist, dass der Sprachassistent diese Funktion unterstützt und dass der App die entsprechende Freigabe erteilt wurde. Dann kann man diese Funktion jederzeit in den Einstellungen der Sprachassistenten-App aktivieren.

  1. Bei der Alexa-App öffnen Sie dazu mit dem Menüsymbol oben links die Einstellungen.
  2. Aktivieren Sie hier zunächst den Freisprechmodus, sofern dies nicht bereits geschehen ist.
  3. Dann können Sie direkt darunter die Option Zugriff auf den Sperrbildschirm einschalten.

 

Noch nicht ganz rund: Neue Suche im Windows Explorer

Eine weitere Neuerung betrifft die Suchfunktion im Windows Explorer. Diese wurde erweitert, so dass sie nun neben lokalen Laufwerken auch OneDrive-Ordner und Bing-Suchergebnisse berücksichtigt. Im Prinzip soll das Suchfeld im Windows Explorer dieselben Ergebnisse wie eine Suche im Eingabefeld der Task-Leiste erbringen. Und was vielleicht auch nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist: Man kann die Vorschläge im Suchfeld nun mit der rechten Maustaste anklicken. Mit dem so geöffneten Kontextmenü kann man beispielsweise direkt zum Speicherort einer gefundenen Datei wechseln.

Leider wurde dabei mal wieder verschlimmbessert, denn so richtig rund läuft das noch nicht. Zunächst mal fällt direkt auf, dass die Suchleiste des Windows Explorers nun nicht mehr automatisch eingeblendet wird sowie man die Einfügemarke im Suchfeld platziert. Stattdessen muss man erst den Suchbegriff komplett eingeben und absenden. Mit den Ergebnissen wird dann auch die Suchleiste aktiviert, so dass man das Resultat damit ggf. verfeinern kann.

Leider ist das auch nicht das einzige Problem. Anwender berichten, dass die Suchleiste nach dem Anklicken zunächst einfriert und einige Sekunden bis Minuten lang nicht mehr reagiert. Bei anderen wiederum ist die Schrift der Ergebnisse so klein, dass man sie kaum lesen kann. Hier wird Microsoft wohl noch nachbessern müssen – hoffentlich nicht erst mit dem nächsten Funktions-Update im Frühjahr 2020.

Startmenüeinträge klappen automatisch aus

Eine Neuerung, die häufig 19H2 zugeschrieben wird, die ich aber auch schon auf 19H1-Systemen beobachtet habe: Die Einträge am linken Rand des Startmenüs, mit denen man schnell bestimmte Standardordner aufrufen kann, klappen nun automatisch zu ihrer ausführlichen Darstellung aus, wenn man den Mauszeiger kurz darauf verharren lässt. So oder so ein praktische kleine Verbesserung, die einem das Raten erspart, welcher Ordner sich nun hinter welchem Symbol verbirgt.

Und sonst so?

Hier noch ein paar kleinere Neuerungen:

  • Besitzer recht neuer Prozessoren können sich freuen, dass Windows nun Aufgaben flexibler und effizienter auf verschiedene Prozessorkerne und -threads verteilt. Bislang kamen hierzu eher einfache Richtlinien zum Einsatz. Nun berücksichtigt Windows bei der Arbeitsverteilung in stärkerem Maße Informationen darüber, welche Kerne besonders hohe Taktfrequenzen erreichen können. So kann die tatsächliche Leistungsfähigkeit moderner Prozessoren besser genutzt werden. Die Auswirkungen dürften eher im mess- als im spürbaren Bereich liegen. Aber bei besonders rechenintensiven Anwendungen (beispielsweise CAD, Videorendering oder Gaming) kann es sich durchaus bemerkbar machen.
  • Insbesondere für mobile Geräte wie Notebooks und Tablets sind Verbesserungen bei Performance und Energieeffizienz interessant, welche die Akkulaufzeit verbessern sollen.
  • Die Sprachausgabefunktion von Windows kann nun erkennen, wo sich die [FN]-Taste bei Notebooks befindet und ob diese ein- oder ausgeschaltet ist.
  • Die Container-Technologie, mit der Windows Anwendungen auf Windows- oder Linux-Basis in vom Hauptsystem isolierten Umgebungen ausführen kann, ist ein spannendes Thema für professionelle Anwender. Die werden sich ggf. darüber freuen, dass eine Beschränkung entfällt: Ab 19H2 muss ein Container auf Windows-Basis nicht mehr zwangsläufig dieselbe Windows-Version wie das Hauptsystem haben.

Dies und noch mehr über das Windows 10 Update im Herbst 2019 können Sie auch in meinem -> Gratis-eBook lesen.

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