Raspberry Pi & Windows: Mehr als ein Samba-Laufwerk im Windows Explorer einbinden

rasp_logoDer Windows Explorer wirft mit Fehlermeldungen um sich, sowie man mehr als ein Samba-Laufwerk einbinden will. Warum das so ist und wie es sich leicht umgehen lässt.

Der Windows Explorer arbeitet an sich reibungslos mit einem Samba-Server zusammen, den man beispielsweise auf einem Raspberry Pi oder ähnlichem Gerät eingerichtet hat. Samba-Laufwerke werden in der Netzwerk-Umgebung angezeigt oder lassen sich als Netzlaufwerke dauerhaft einbinden. Zumindest solange man sich auf einem Laufwerk beschränkt. Hat man aber mehrere Laufwerke auf demselben Rechner freigegeben und möchte mit unterschiedlichen Zugriffsrechten (=Sambabenutzern) darauf zugreifen, dann gibt es Probleme. Der Windows Explorer beschwert sich und will keine mehrfachen Verbindungen durch den Benutzer zulassen.

Tatsächlich ist das kein Samba-Problem, sondern eines des Windows Explorers. Windows erlaubt es jedem Benutzer nur einmal, sich mit einem bestimmten Server zu verbinden. Warum das so ist, da müsste man mal bei Microsoft nachfragen. Ein wirklicher Grund fällt mir nicht ein. Auf Seiten von Windows lässt sich dieses Problem nur auf die harte Tour lösen: eine Verbindung beenden, bevor man eine neue herstellt. Zwei gleichzeitig sind schlicht nicht möglich.

Samba trickst Windows aus

samba_aliasZum Glück ist Samba da hilfreicher. Die Samba-Konfiguration erlaubt einen Kniff, mit der man Windows austricksen kann. Hierzu kann man einen oder mehrere Aliase definieren, unter welchen der Server zusätzlich zu seinem eigentlichen Namen erreichbar sein soll. Nehmen wir mal an, Ihr Samba-Server hat den Namen Archiv. Der wird im Windows Explorer in der Netzwerkumgebung angezeigt. Nun legen Sie zu dem eigentlichen Namen weitere Aliase fest, etwa Archiv_Horst und Archiv_Karin. Dann zeigt der Windows Explorer in der Netzwerkumgebung neben Archiv noch Archiv_Horst und Archiv_Karin an. Der Inhalt ist erstmal bei allen gleich, aber das ist sekundär.

Entscheidend für den Trick ist: Wenn man nun einen der anderen Namen für den Server verwendet – also einen der Aliase – denkt Windows, dass es sich dabei um einen anderen Server handelt. Man kann also gleichzeitig eine Verbindung beipsielsweise zu Archiv\Rechnungen und Archiv_Horst\Briefe herstellen, ohne dass der Windows Explorer sich wegen mehrfacher Verbindungen beschwert. Wenn man also für jede zusätzliche Verbindung einen Alias für Samba definiert, kann man prinzipiell beliebig viele gleichzeitige Verbindungen mit ein und demselben Samba-Server herstellen.

Und so geht es

  1. Öffnen Sie auf dem Serverrechner die Samba-Konfiguration im Editor, beispielsweise mit
    sudo nano /etc/samba/smb.conf
  2. Fügen Sie hier im Bereich [global] eine Zeile in dieser Art ein:
    netbios alias = archiv_horst archiv_karin
  3. Speichern und schließen Sie den Editor.
  4. Starten Sie Samba neu, um die Änderungen zu aktivieren:
    sudo service sama restart

Eventuell dauert es kurze Zeit, bis der Windows Explorer die Neuerungen in der Netzwerkumgebung mitbekommt. Gelegentliches Aktualisieren der Ansicht hilft ihm dabei.

Nun müssen Sie nur darauf achten, bei jeder gleichzeitigen Verbindung einen anderen der angezeigten Namen zu verwenden. Am besten verbinden Sie die entsprechenden Ordner dauerhaft als Netzlaufwerke im Windows Explorer. Dann bekommen sie jeweils einen eigenen Laufwerksbuchstaben und werden bei jedem Start automatisch wieder hergestellt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Schließen