„Offizieller“ Trick zum Umgehen der Hardwarevoraussetzungen?

Die hohen Hardware-Hürden für den Umstieg auf Windows 11 sorgen weiter für Unmut. Auch Microsoft hat wohl erkannt, dass man sich mit einem „Gratis“-Updaten, dass vielen nicht in Anspruch nehmen dürfen, keine Freunde macht. Nun gibt man selbst Tipps, wie unsinnige Hardwarevorgaben umgangen werden können.


Schon in mehreren Blogbeiträgen habe ich mich mit den Hardware-Voraussetzungen für Windows 11 beschäftigt. Diese bauen unnötige Hürden auf, so dass PCs, die Windows 11 eigentlich problemlos ausführen könnten, nicht in den Genuss eines Updates kommen. Im letzten Beitrag hatte ich eine Methode vorgestellt, wie man während der Installation von einem Installationsdatenträger eingreifen und die Überprüfung der Hardwarevoraussetzungen außer Kraft setzen kann. Nun hat Microsoft selbst eine etwas andere Methode vorgestellt. Dabei versucht man den Spagat: Einerseits möchte man Benutzern offenbar den Umstieg auf Windows 11 zu ermöglichen – andererseits will man keine Verantwortung übernehmen und warnt deshalb zugleich davor, diesen Trick anzuwenden.

Der Vorteil der von Microsoft vorgeschlagenene Methode – abgesehen davon dass sie quasi den offiziellen Segen der Windows-Entwickler hat – ist, dass sie funktioniert, wenn man das Upgrade aus einem laufenden Windows heraus ausführen möchte. Man kann sich also ein Installationsabbild herunterladen und im Explorer als Laufwerk einhängen und dann darin die Datei setup.exe ausführen. Das ermöglicht eine Upgrade-Installation, bei der alle Dateien und installierten Anwendungen erhalten bleiben. Auch bei dieser Variante handelt es sich um einen Registry-Eingriff, der vor der Installation einmalig ausgeführt werden muss:

  1. Starten Sie den Registrierungs-Editor mit Administratorrechten.
  2. Navigieren Sie zum Schlüssel HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\Setup\MoSetup.
  3. Legen Sie darin einen neuen 32-Bit-DWORD-Wert an und geben Sie diesem den Namen AllowUpgradesWithUnsupportedTPMOrCPU.
  4. Öffnen Sie den neu angelegten Eintrag und legen Sie dessen Wert mit 1 fest.

Nach dieser Änderungen können Sie den Umstieg auf Windows 11 wagen. Wenn Ihr PC die Hardwarevoraussetzungen nicht erfüllt, wird der Installationsassisten dies trotzdem bemerken und Sie darauf hinweisen. Sie können nun an dieser Stelle aber trotzdem mit der Installation fortfahren. Allerdings eben auf eigene Gefahr, wie Microsoft ausdrücklich betont.

 

4 Kommentare

  1. Wolfram (Beitrag Autor)

    @ATR:
    Dass man in Firmen und im öffentlichen Dienst nicht auf solche Tricks zurückgreift, sollte selbstverständlich sein. Das richtet sich wohl auch eher an Privatleute, die gerne das Gratis-Update auf Windows 11 mitmachen möchte, auch wenn der PC das laut offizielle Anforderung nicht hergibt.
    Ansonsten verstehe ich das Problem nicht. Niemand zwingt zum Umstieg auf Windows 11. Windows 10 wird noch mindestens bis 2025 aktiv mit Sicherheitsupdates unterstützt. Man kann vorhandene Geräte also mindestens noch vier Jahre weiter betreiben. Bis dahin sollten sie zumindest im Firmenumfeld ohnehin abgeschrieben sein. Wichtig ist, dass man schon jetzt bei Anschaffung darauf achtet, Geräte zu kaufen, welche die Spezifikation erfüllen. Sogar Microsoft selbst bietet aktuell noch Surface-Geräte an, die für ein Update auf Windows 11 offiziell nicht geeignet sind.

  2. ATR

    Aus mehr als 10 Jahren Trainer-Erfahrung heißt das für mich nichts anderes, als das, was ich in meinem ersten Post geschrieben habe. Es besteht das erhebliche Risiko ein Windows 11 auf einer Maschine installiert zu haben, die von Security Updates ausgeschlossen ist. Das macht sie für den Einsatz in Arbeitsumgebungen (Firmen, Öffentlicher Dienst, etc.) ungeeignet und zwingt quasi indirekt zum Hardware-Neukauf (und das bei Geräten, deren CPU mitunter nicht älter als drei Jahre ist). Das ist inakzeptabel, insbesondere wenn man berücksichtigt, das viele Käufer zur Zeit ganz andere Probleme haben und ihr Geld dafür benötigen, die Firma am Leben zu halten (C-Krise und Politiker-Inkompetenz und -Arroganz sei Dank). Da fehlt einfach das Geld für großflächige Neubeschaffungen!!

  3. Wolfram (Beitrag Autor)

    @ATR:
    Das stimmt so nicht ganz. Microsoft hat dazu lediglich gesagt, dass solche Systeme unter Umständen zukünftig keine Sicherheitsupdates oder Treiberaktualisierungen mehr erhalten.
    Man muss das auch vor dem Hintergrund der diversen CPU-Sicherheitslücken der vergangenen Jahre sehen. Viele dieser Prozessoren sind noch im Einsatz und das Betriebssystem muss die Aufgabe übernehmen, diese Lücken zu schließen bzw. das Ausnutzen zu verhindern. Microsoft hält sich hier eine Hintertür offen, darauf in Zukunft zu verzichten bzw. bei weiteren Lücken eben einfach sagen zu können: Das ist kein Problem von Windows 11, weil das nur mit Prozessoren eingesetzt werden darf, die diese Lücken nicht haben.
    Bis 2025 wird es noch Updates für Windows 10 geben. Ich gehe davon aus, dass es mindestens solange dieselben Updates auch für Windows 11 geben wird, da die technologische Basis diesselbe ist.

  4. ATR

    Wie so häufig bei Microsoft: Nett gedacht, bringt nur nix!
    Durch diesen – jetzt dann quasi offiziellen Trick – kann man zwar Windows 11 installieren und testen, aber nicht dauerhaft sinnvoll betreiben! Microsoft hat nämlich auch verkündet, dass die PCs, die die Mindestanforderungen für die CPU nicht erfüllen, keine Sicherheitsupdates bekommen werden!!
    Ergo nutzt mir für eine dauerhafte Nutzung von Windows 11 dieser „offizielle“ Installationstrick herzlich wenig, da ich binnen einiger Monate einen ungeschützten Windows 11-PC mein eigen nennen darf!
    Wann lernen sie es in Redmond endlich, aufzuhören die Kunden zu bevormunden??

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