Solange leistet Microsoft noch Support für die aktuellen Windows-Versionen

WindowsMicrosoft stellt für seine Softwareprodukte nur für einen begrenzten Zeitraum Sicherheitsupdates und Fehlerkorrekturen bereit. Bei Windows XP ist das Ende bereits in Sicht – wie sieht es bei den anderen Windows-Versionen aus?

Bei einem Softwareprodukt wie einem Betriebssystem oder einem Anwendungsprogramm erwartet der Kunde zu recht ein Supportangebot des Herstellers. Fehler sollten korrigiert, insbesondere Sicherheitslücken geschlossen und ggf. auch neue Technologien und Standards noch nachgerüstet werden. Microsoft definiert seine Regeln für diesen Support in einem Produktlebenszyklus für Software. Demnach unterteilt sich der Support in drei Phasen:

Microsoft Support Lifecycle

  • Mainstream Support
    Mit der öffentlichen Verfügbarkeit eines Produkts beginnt eine Phase des uneingeschränkten Supports. Sicherheitsupdates werden grundsätzlich kostenlos bereitgestellt. Weitere Updates oder Hotfixes stehen gemäß den jeweils zutreffenden Supportmodellen kostenlos oder kostenpflichtig zur Verfügung. Änderungen an Design oder Funktionen können angefordert werden. Diese erste Supportphase dauert fünf Jahre.
  • Extended Support
    An den Mainstream Support schließt sich bei Software für Business-Kunden nahtlos der reduzierte Extended Support an. Sicherheitsupdates stehen weiterhin kostenlos zur Verfügung. Weitere Support-Optionen gelten allerdings nur noch bei Anschluss einer Extended Hotfix Support-Vereinbarung. Änderungen an Design oder Funktionen sind nicht mehr möglich. Auch diese zweite Phase dauert fünf Jahre, so dass Microsoft insgesamt (mindestens) zehn Jahre Support einschließlich kostenloser Sicherheitsupdates gewährt. Benutzer von Consumer-Software wie etwa den Home-Editionen von Windows kommen offiziell nicht in den Genuss dieses Extended Support, profitieren aber in der Regel auch von den bereitgestellten Sicherheitsupdates.
  • Online-Support
    Mit dem Ende des Extended Support beginnt eine Phase, die Microsoft etwas euphemistisch als „Selbsthilfe Online-Support“ bezeichnet. Das bedeutet, dass auch nach Ablauf des Extended Support die Inhalte der Microsoft-Webseiten zu einem Produkt erhalten und kostenlos zugänglich bleiben. Microsoft garantiert eine Verfügbarkeit dieser Hinweise bis mindestens 12 Monate nach Ende des Extended Support. In der Praxis dürfte der Zeitraum eher deutlich länger sein. Microsoft hat das Produkt in dieser Phase aber endgültig abgeschrieben und bietet selbst beim Bekanntwerden von Sicherheitslücken keinerlei Updates mehr an. Von Support kann man also im Grunde genommen nicht mehr sprechen.

An die Phase des Online-Supports schließt sich … nichts an. Wieso heißt es dann Zyklus? Ganz einfach, spätestens dann sollten Sie auf eine aktuelle Windows-Version wechseln, um weiterhin zumindest in den Genuss von Sicherheitsupdates zu gelangen. Soviel zur Theorie. Wie sieht es nun also aus bei den aktuellen Windows-Versionen?

Windows XP

Hier sieht es erwartungsgemäß am schlechtesten aus. Immerhin wurde Windows XP schon Ende 2001 „in Dienst gestellt“. Zwar verlängerten die drei Service Packs den Lebenszyklus jeweils, aber der Mainstream-Support für alle Versionen ist bereits abgelaufen. Der Extended Support wird allerdings noch bis zum 8.4.2014 fortgesetzt. Solange wird es also noch Sicherheitsupdates für Windows XP geben.

Windows Vista

Windows Vista erschien am 25.01.2007. Der Mainstream-Support für alle Editionen läuft laut Microsoft noch bis zum 10.04.2012. Durch weitere Service Packs könnte sich dieser Termin allerdings noch nach hinten verschieben. Selbiges gilt für den Extended Support, der für die Editionen Business und Enterprise derzeit bis 11.04.2017 gewährt wird. Für die Editionen Home, Home Premium und Ultimate ist kein Extended Support vorgesehen.

Windows 7

Windows 7 ist ja noch nicht mal ein Jahr auf dem Markt (offizielle Einführung: 22.10.2009). Den Mainstream Support terminiert Microsoft bislang auf den 13.01.2015. Anschließend haben die Editionen Professional und Enterprise noch bis zum 14.01.2020 Anspruch auf Extended Support. Für die Editionen Starter, Home Basic, Home Premium und Ultimate gilt dies wiederum nicht, allerdings dürften auch diese solange noch von Sicherheitsupdates profitieren. Auch bei Windows 7 können diese Termine ggf. durch nachgeschobene Service Packs nach hinten verschoben werden.

Kein Grund zur Panik

Benutzer aller drei Windows-Versionen können also vorerst beruhigt sein: Selbst für Windows XP wird es noch bis 2014 zumindest Sicherheitsupdates geben. Der nächste PC sollte allerdings doch besser mit einer aktuelleren Version ausgestattet sein. Vista und Windows 7 befinden sich absolut im grünen Bereich und können noch viele Jahre benutzt werden. Und wer ohnehin immer zeitnah auf die jeweils neueste Windows-Version umsteigt, braucht sich in der Hinsicht ohnehin keine Sorgen machen. In der Regel sind neue Windows-Versionen verfügbar (Microsoft strebt derzeit einen dreijährigen Veröffentlichungszyklus an), bevor auch der Mainstream-Support des Vorgängers endet.

Wer es noch genauer wissen oder sich über den Produktlebenszyklus anderer Microsoftprodukte informieren möchte, der sollte die Microsoft Product Lifecycle Suche verwenden. Einfach den Namen der fragliche (Microsoft-)Software eingeben und schon erhält man alle relevanten Informationen.

1 Kommentar

  1. DOC...

    ….. WIE GEHT ES NACH DEM 08.April.2014 mit System XP für
    Privatnutzer generell weiter? WIE lasse ich mein System XP
    umrüsten auf Windows 7 wie hoch sind die Kosten?

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