Windows 8.1 „Blue“ Feature: Erste offizielle Ankündigung von Microsoft

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Viel ist in den letzten Wochen über das Windows 8-Update „Blue“ spekuliert worden. Nun hat Microsoft sich erstmals selbst zu Wort gemeldet und konkrete Neuerungen angekündigt.

Windows 8 ist auf „durchwachsene“ Reaktionen gestoßen, weil insbesondere nicht alle klassischen Desktop-Benutzer sich so recht mit der neuen Oberfläche anfreunden mochten. So mancher vermisst Startknopf und -Menü schmerzhaft. Deshalb wurde seit der Ankündigung des Updates „Blue“ auf Windows 8.1 spekuliert, ob Microsoft an diesen Stellen Rückzieher machen würde. Microsoft selbst hielt sich bislang zurück, so dass die Blogosphäre auf Gerüchte und obskure Screenshots von inoffiziellen Vorabversionen angewiesen war. Nun aber hat sich Antoine Leblond, Corporate Vice President bei Microsoft, in einem Blog-Beitrag zu den Neuerungen bei Windows 8.1 geäußert. Hier das Wesentliche kompakt zusammengefasst.

Mehr Flexibilität für Start- und Sperrbildschirm

Der Sperrbildschirm wird sich weitergehend anpassen und nutzen lassen, beispielsweise als digitaler Photorahmen. Außerdem soll man in Zukunft Bilder direkt vom Sperrbildschirm aus aufnehmen können, ohne diesen zuvor entsperren zu müssen. Es wird mehr Farben und Hintergründe für den Startbildschirm geben und erstmals auch dynamische, animierte Hintergrundbilder. Desktop und Startbildschirm können denselben Hintergrund verwenden, um die strikte optische Trennung zwischen Desktop und „Metro“ aufzuheben. Es wird in Zukunft weitere (größere und kleinere) Kachelgrößen für den Desktop geben, so dass dieser flexibler angepasst werden kann. Die Symbole der Apps auf dem Startbildschirm werden sich einfacher und flexibler anordnen lassen. Außerdem kann man sie nach verschiedenen Kriterien sortieren. Insgesamt wird der Alle Apps-Bildschirm eine größere Bedeutung bekommen und soll wohl auch als „Startmenüersatz“ fungieren.

Spannend: Suche integriert Onlinequellen

Der Suchdienst Bing wird in die Suchfunktion von Windows 8 integriert, so dass man direkt von dort aus Websuchen starten kann. Dabei wird die Trennung zwischen lokalen Ergebnissen (beispielsweise eine Musikdatei) und Internetdaten (etwa die Homepage des Interpreten oder der Liedtext) praktisch aufgehoben. Auch angeschlossene Cloud-Quellen (etwa SkyDrive) werden von der Suche berücksichtigt. Das ist zunächst etwas unscheinbar, erscheint mir aber die Neuerung mit dem größten Potenzial zu sein. Allerdings bleibt abzuwarten, wie gut das konkret umgesetzt wird. Außerdem wird Windows 8.1 die Version 11 des Internet Explorers mitbringen, der gegenüber dem IE10 weiter verbessert wurde. In der Touch-Version kann man die Adressleiste nun permanent einblenden und die künstliche Beschränkung auf zehn Tabs wird aufgehoben. Ebenso können geöffnete Tabs zwischen verschiedenen Geräten synchronisiert werden.

Konzessionen für Mausschubser

Um den Maus- und Tastaturnutzern entgegen zu kommen, wird das Verhalten von Windows 8.1 stärker personalisierbar sein. So lässt sich etwa einstellen, was passieren soll, wenn die Maus in einer der Bildschirmecken bewegt wird. Auch das Startverhalten lässt sich anpassen und Ja, Windows 8.1 wird (unter anderem) direkt zum klassischen Desktop durchstarten können. In der linken unteren Ecke wird standardmäßig ein klassischen Windows-Logo eingeblendet, das zum Startbildschirm führt. Im klassischen Desktop wird dieses Logo unten links ständig zu sehen sein. Das versteht Microsoft wohl unter der Rückkehr des „Startknopfes“. Das klassische Startmenü wird allerdings kein Comeback feiern. Stattdessen kann der Benutzer auch hier wählen, was beim Anklicken passieren soll. Unter anderem kann der Alle Apps-Bildschirm mit den neuen Anpass- und Sortiermöglichkeiten angezeigt werden. Damit dürfte man dem klassischen Startmenü schon recht nahe kommen.

Und sonst?

  • Alle mitgelieferten Apps werden für Windows 8.1 erneut  verbessert und ergänzt. Beispielsweise wird die Foto-App um einfache Funktionen zur Bildbearbeitung erweitert. Es sollen auch weitere Apps hinzukommen.
  • Die Snap-Funktion, mit der man zwei Apps gleichzeitig auf dem Bildschirm anzeigen und nutzen kann, wird in Zukunft variabler sein. Bislang ist eine feste Trennung (etwa im Verhältnis 5:1) vorgegeben. In Zukunft kann man die optische Trennung zwischen den Apps beliebig verschieben. Mit mehreren Monitoren kann man bis zu drei Apps gleichzeitig anzeigen. Ebenso kann man dann zwei Instanzen einer App gleichzeitig im Snap-Modus nutzen (beispielsweise zwei Internet Explorer nebeneinander).
  • Dateien können direkt im SkyDrive gespeichert oder von dort geöffnet werden.
  • Es werden weitere Einstellung aus der klassischen Systemsteuerung in die touch-freundlichen PC-Einstellungen verlagert, so dass man die Systemsteuerung kaum noch zu nutzen braucht (aber weiterhin nutzen kann).

Für den 26. Juni 2013 ist eine öffentliche Vorabversion von Windows 8.1 angekündigt. Endgültig verfügbar sein wird das Update voraussichtlich im Oktober 2013 und es wird kostenlos via Windows-Update verbreitet werden.

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