Das Ende einer Ära: Microsoft Publisher wird im Oktober 2026 eingestellt

Mit Publisher verabschiedet sich Microsoft im Oktober 2026 von einem Klassiker. Lesen Sie hier, welche Folgen das Aus hat, wie Anwender jetzt reagieren sollten und welche Alternativen es zu Publisher gibt.

Microsoft hat offiziell bestätigt, dass der Support für Microsoft Publisher am 13. Oktober 2026 enden wird. Nach fast 35 Jahren wird das Desktop-Publishing-Tool (DTP), das besonders bei kleinen Unternehmen und Privatanwendern für Flyer, Broschüren und Newsletter beliebt war, aus der Microsoft 365-Suite entfernt.

Warum stellt Microsoft Publisher ein?

Die Entscheidung ist Teil einer langfristigen Strategie zur Verschlankung des Office-Pakets. Microsoft gibt an, dass viele Funktionen, die früher exklusiv in Publisher verfügbar waren, mittlerweile in Programmen wie Word, PowerPoint und dem neuen Grafik-Tool Microsoft Designer integriert sind. Ein separates Programm für einfache Layouts wird daher als redundant betrachtet.

Was bedeutet das für Anwender?

Bis zum Stichtag im Oktober 2026 können bestehende Installationen weiterhin genutzt werden. Danach wird die Software keine Sicherheitsupdates mehr erhalten und aus den Installationspaketen von Microsoft 365 verschwinden. Das Hauptproblem für viele Nutzer ist dabei das proprietäre Dateiformat (.pub), das sich kaum in anderen Programmen öffnen und weiter nutzen lässt.

Was ist mit Offline-Versionen?

Auch Nutzer von Kaufversionen ohne Abonnement (z. B. Office 2019 oder Office 2021) sind betroffen. Der Support-Zeitraum für diese Produkte ist so gewählt, dass er ebenfalls im Oktober 2026 ausläuft. Technisch gesehen lässt sich die Software aber auch nach dem Stichtag weiter nutzen. Ohne Sicherheits-Patches wird Publisher jedoch anfällig für neue Bedrohungen. Zudem wird das Programm in künftigen Office-Releases nicht mehr enthalten sein.

So sichern Sie Ihre Dateien (PDF-Export)

Da das .pub-Format nach 2026 kaum noch zu öffnen sein wird, sollten Sie wichtige Layouts jetzt als PDF archivieren. So gehen Sie vor:

  1. Starten Sie Microsoft Publisher und öffnen Sie das gewünschte Dokument.
  2. Klicken Sie oben links auf den Reiter Datei und wählen Sie im Menü den Punkt Exportieren aus.
  3. Klicken Sie auf die Schaltfläche PDF/XPS-Dokument erstellen und danach auf das gleichnamige Icon auf der rechten Seite.
  4. Im Speicherdialog können Sie unter Optionen festlegen, ob das Dokument für den hochwertigen Druck (Druckoptimierung) oder für die Online-Nutzung (Mindestgröße) gespeichert werden soll.
  5. Wählen Sie den Speicherort aus und bestätigen Sie mit Veröffentlichen.

Weitere Export-Optionen

Neben dem PDF-Standard gibt es weitere Möglichkeiten, Ihre Daten für die Zukunft zu rüsten:

  • Bildformate (JPEG/PNG): Über Speichern unter können Sie Seiten als Bilder exportieren. Dies ist ideal, wenn Sie das Layout exakt erhalten und später in Dokumente anderer Programme einfügen möchten.
  • Textformate (RTF/TXT): Wenn es Ihnen primär um die Texte geht, exportieren Sie diese als Rich Text Format. So lassen sich die Inhalte ohne Formatierungsverlust in Word weiterverarbeiten.

Alternativen zu Publisher

Anwender sollten die verbleibende Zeit nutzen, um einen für sie passenden Nachfolger zu finden und ihre Arbeitsweise umzustellen:

  1. Word & PowerPoint: Für einfache Text-Bild-Kombinationen sind diese Programme inzwischen leistungsstark genug, auch wenn sie kein echtes DTP ersetzen.
  2. Microsoft Designer: Das KI-gestützte Designtool ist Microsofts Antwort auf moderne Layout-Bedürfnisse und bietet Vorlagen für soziale Medien und Print.
  3. Professionelle Lösungen: Für Anwender, die den vollen Funktionsumfang von Publisher benötigen, stehen folgende Werkzeuge zur Auswahl:
    • Affinity Publisher: Gilt als die beste Alternative für Publisher-Umsteiger. Es bietet professionelle Layout-Funktionen und volle Druckunterstützung zum einmaligen Kaufpreis (kein Abo).
    • Adobe InDesign: Der Industriestandard für Grafikdesign. Es ist extrem mächtig, erfordert jedoch ein monatliches Abonnement und eine längere Einarbeitungszeit.
    • Scribus: Eine kostenlose Open-Source-Alternative. Scribus ist funktionsreich, besitzt jedoch eine weniger intuitive Benutzeroberfläche und eine steilere Lernkurve.

 

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