Leserfrage: Windows 11 auf „ungeeigneten“ PCs installieren und aktualisieren

Die ungewöhnlich strengen Hardware-Anforderungen von Windows 11 sorgen weiterhin für Unsicherheit bei vielen Nutzern. Sollte man von Windows 10 auf 11 umsteigen, wenn der PC offiziell nicht unterstützt wird? Kann sich das später auf Updates und Funktions-Upgrades auswirken, die dann verweigert werden? Hier ein typischer Dialog mit einem Leser zu diesem Thema, der möglicherweise auch anderen Fragen beantwortet und Bedenken nimmt.


Kürzlich habe ich mit einem Leser per E-Mail einen ganz typischen Dialog um diese Fragen geführt, den ich hier veröffentlichen möchte. Ich setze das Einverständnis des Lesers voraus, haben den Namen aber selbstverständlich geändert.

Hallo,
gibt es nach einem Upgrade auf Win 11 nach der beschriebenen Anleitung evtl. Probleme, dass Microsoft später keine Updates und Upgrades mehr anbietet, weil es nicht mit den nötigen Voraussetzungen aktualisiert wurde (ich habe davon gelesen)?
Oder könnte ich nach Aktualisierung der CPU und TPM auf normalem Weg auf Win 11 upgraden?
Ich würde Ihnen gerne ein Bild meines Win 11-Kompatibilitätsergebnisses (WhyNotWin11) senden, finde hier aber keine Anhangsmöglichkeit.

Hallo Herr Friedrich,

bei Updates und insbesondere sicherheitsrelevanten Aktualisierungen gibt es nach bisherigen Kenntnisstand keine Probleme. Bei Funktions-Upgrades wie jetzt dem Herbst-Update kann es passieren, dass diese nicht automatisch angeboten werden und wieder nur mit Hilfe eines Registry-Eingriffs installiert werden können.

Eine „Aktualisierung der CPU und TPM“ läuft normalerweise auf den Einbau mindestens eines neuen Mainboards hinaus. Insbesondere das TPM lässt sich nur in sehr seltenen Fällen austauschen. Es kann aber auch sein, dass TPM nur in den BIOS-Einstellungen deaktiviert ist.

Sie können mir ein Bildschirmfoto von WhyNotWin11 per Antwort auf diese E-Mail senden. Viel mehr als das Programm kann ich dazu aus der Ferne aber vermutlich auch nicht sagen. Meine Empfehlung ist: Wenn die Hardware des PCs ausreichend ist (also Windows 10 flott und ohne Probleme darauf läuft), dann würde ich das Upgrade auf Windows 11 durchführen. Microsoft ist klar, dass viele Anwender diesen Weg wählen und ich gehe davon aus, dass man das berücksichtigt und diese auch in Zukunft nicht im Regen stehen lassen wird.

Freundliche Grüße

Wolfram Gieseke

Hallo,

das heisst, ich könnte mit dieser CPU (AMD FX(tm)-4300 Quad-Core Processor, 3.80 GHz) und aktiviertem TPM problemlos Win 11 installieren und ausführen?

Aber vielleicht gibt Microsoft Win 11 nach dem Supportende 2025 ja auch für alle Anwender frei …

Danke für Ihre Hilfe.

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Hallo Herr Friedrich,

die CPU wird einen Registry-Trick benötigen, auch wenn TPM aktiviert ist. Ich würde auch nicht davon ausgehen, dass Microsoft seine Politik in dieser Hinsicht irgendwann ändert.

Hintergrund:
In den letzten Jahren sind einige Sicherheitslücken in den Prozessordesigns sowohl von Intel als auch AMD bekannt geworden (beispielsweise „Spectre“ und „Meltdown“). Und es werden auch immer mal wieder neue entdeckt. Da diese Lücken in der Hardware fest verdrahtet sind, lassen sie sich nicht „updaten“. Statt dessen muss das Betriebssystem (in dem Fall Windows) umständlich Code einführen, um das Ausnutzen dieser Lücken zu verhindern. Teilweise verringert dieser zusätzliche Code die Performance des Betriebssystems. Sehr vereinfacht gesagt muss beim Ausführen von Programmen bei jeder Instruktion zunächst geprüft werden, ob diese eventuell auf eine Sicherheitslücke bei einem bestimmten Prozessormodell abzielen könnte.

Das ist der Hintergrund, warum Prozessoren ab einem bestimmten Alter nicht mehr offiziell unterstützt werden, auch wenn sie Windows 11 fehlerlos ausführen könnten und leistungsfähig genug sind. Microsoft möchte in Zukunft auf Fehlerkorrekturen für diese Prozessoren verzichten, weil man sonst noch viele Jahre Code für teilweise Jahrzehnte alte Prozessoren „mitschleppen“ müsste.
Sicher ist das für Betroffene (mich teilweise eingeschlossen) sehr ärgerlich. Andererseits kann ich Microsoft auch verstehen, da dass Problem ursächlich durch die Prozessor-Hersteller verursacht wurde und nicht durch Windows.

Aber bitte nicht falsch verstehen. Das soll nicht heißen, dass das Installieren von Windows 11 auf „ungeeigneten“ Prozessoren grundsätzlich unsicher wäre. Ich gehe davon aus, dass die sicherheitsrelevanten Code-Korrekturen auch in Windows 11 enthalten sind und vorläufig bleiben. Ob das bei einem – bislang hypothetischen – Windows 12 auch so sein wird, ist allerdings noch nicht abzusehen.

Freundliche Grüße

Wolfram Gieseke

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